Reifenkauf

Kennen Sie alle Fakten vor dem Kauf neuer Reifen

Kurze Fakten: Neureifen-Checkliste

  • Lesen Sie die Fahrzeugunterlagen, um kompatible Reifentypen zu ermitteln.
  • Die Reifengröße wird durch die Breite, den Durchmesser und das Verhältnis zwischen Höhe und Breite bestimmt.
  • Der Lastindex gibt an, welches Gewicht Ihr Fahrzeug tragen kann.
  • Die Nenngeschwindigkeit gibt die Höchstgeschwindigkeit an, für die der Reifen geeignet ist.
  • Bringen Sie an allen vier Rädern die gleiche Reifenmarke und das gleiche Reifenmodell an.

Die Leistung und das Fahrzeughandling hängen von den Reifen ab. Denn schließlich stellen die Reifen die einzige Schnittstelle zwischen Ihrem Fahrzeug und der Straßenoberfläche dar. Wenn Sie sich nun neue Reifen anschaffen möchten, gilt es, einige Faktoren zu berücksichtigen, darunter Ihren Fahrstil, Ihr Budget und die Region, in der Sie wohnen.

Hauptanforderungen

Das Allerwichtigste ist, dass Ihre neuen Reifen mit Ihrem Fahrzeug kompatibel sind. In Ihrem Fahrzeughandbuch und der Fahrzeugzulassung finden Sie eine Auflistung aller kompatiblen Reifenarten. Außerdem können Sie der Seitenwand Ihrer alten Reifen wichtige Merkmale entnehmen. Diese Informationen dienen Ihnen als guter Ansatzpunkt.
Wir empfehlen, an allen Radpositionen die gleichen Reifen zu montieren. Diese Einheitlichkeit ist entscheidend, um die Leistung und Kontrolle aufrechtzuhalten.

Weitere Überlegungen

Die zu berücksichtigenden Hauptanforderungen an die neuen Reifen schränken Ihre Auswahl zwar ein, jedoch bieten Ihnen PKW-Reifen darüber hinaus zahlreiche weitere Optionen. Bei der Wahl der richtigen Reifen kommt es auch auf Ihren Fahrstil und Ihr Budget an.

Möchten Sie Reifen, die für eine sanftere und ruhigere Fahrt sorgen? Diese Reifen zeichnen sich durch eine besondere Lauffläche aus, die den Lärm auf ein Minimum reduziert. Das Laufflächengummi ist jedoch unter Umständen weicher, was einen höheren Verschleiß zur Folge hat. Lärmarme Reifen sind daher am besten für Asphaltstraßen geeignet. Oder sind Sie auf der Suche nach Reifen, die für einen reduzierten Kraftstoffverbrauch sorgen? Diese Reifen verfügen über eine Lauffläche mit einem geringeren Rollwiderstand, was die Kraftstoffeffizienz wesentlich verbessert.

Winter-, Sommer- und Ganzjahresreifen

Die Fahrbedingungen ändern sich im Laufe des Jahres. Beim Kauf neuer Reifen sollten Sie deswegen in erster Linie die örtlichen Klimabedingungen sowie die gesetzlichen Bestimmungen berücksichtigen. Je nach den Witterungsverhältnissen in Ihrer Region kommt vielleicht nur der Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen in Frage. Vielleicht können Sie aber auch das ganze Jahr über mit Ganzjahresreifen fahren.

Das Laufflächenprofil von Winterreifen wurde speziell dafür konzipiert, effektiv auf Schnee und Schneematsch zu fahren. Zudem können Winterreifen kalten Temperaturen standhalten. Auf Schnee und Eis ermöglichen sie darüber hinaus ein besseres Fahrverhalten und einen kürzeren Bremsweg.

Sommerreifen sorgen hingegen bei warmen Witterungsverhältnissen für einen ausgezeichneten Grip, ein optimales Handling und einen kürzeren Bremsweg auf trockenen Straßen. Sie bieten aber auch eine gute Haftung auf nassen Fahrbahnen nach starken Regenfällen.

Die Ganzjahresreifen sind für eine Vielzahl von Witterungsverhältnissen geeignet. Wenn Sie in einer Region mit moderatem Klima leben, sind Ganzjahresreifen vielleicht eine Option für Sie.

Reifendruck

Warum Sie den Reifendruck monatlich überprüfen sollten

Kurze Fakten: So prüfen Sie den Reifendruck

  • Der Reifendruck lässt sich genauer messen, wenn die Reifen kalt sind.
  • Informieren Sie sich in Ihrem Fahrzeughandbuch über den empfohlenen Druck für die Vorder- und Hinterreifen.
  • Nutzen Sie einen zuverlässigen Reifendruckmesser zuhause oder an einer Tankstelle.
  • Messen Sie den PSI-Wert (Pfund pro Quadratzoll) an jedem Reifen und vergleichen Sie den Wert mit dem Fahrzeughandbuch.
  • Stellen Sie den Druck je nach empfohlenem Bereich und unter Berücksichtigung der Last Ihres Fahrzeugs höher oder niedriger ein.

Nur allzu oft lassen sich Unfälle auf einen zu geringen Reifendruck zurückführen. Es ist also höchste Zeit, den Reifendruck jeden Monat zu überprüfen. Dadurch sparen Sie nicht nur Zeit, sondern können auch Unfälle vermeiden.

Reicht es nicht aus, den Reifendruck alle paar Monate zu prüfen? Nein, mit Sicherheit nicht. Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen, den Reifendruck monatlich zu kontrollieren.

Geldersparnis. Während Reifen mit einem zu geringen Luftdruck schneller abnutzen, ist der Verschleiß bei Reifen mit einem zu hohen Luftdruck ungleichmäßig. In beiden Szenarien müssen Sie häufiger neue Reifen kaufen. Die ordnungsgemäße Pflege sorgt für eine stabilere Reifenstruktur und kann die Lebensdauer von Reifen im Durchschnitt um rund 7500 km verlängern. Außerdem sparen Sie Kraftstoff. Denn ein Fahrzeug mit einem zu geringen Reifenluftdruck auf den Reifen verbraucht mehr Kraftstoff pro zurückgelegtem Kilometer, was eine geringere Distanz zur Folge hat.

Höherer Fahrkomfort. Ordnungsgemäß befüllte Reifen wirken sich nicht nur auf das Ansprechverhalten des Fahrzeugs, sondern auch auf dessen Handling und Leistung aus. Das bringt uns auch schon zum nächsten Punkt.

Sicherheit hat Priorität. Sowohl Minder- als auch Überluftdruck beeinträchtigt das Fahrverhalten. Während bei einem geringen Reifenluftdruck das Fahrverhalten träge wird, nimmt die Kurvenstabilität bei einem zu hohen Reifenluftdruck ab, was vor allem bei hohen Geschwindigkeiten gefährlich sein kann. Außerdem sind auch der Bremsweg, die Bremshaftung und die Spurtreue beeinträchtig. Dies wiederum kann zur Überhitzung des Reifens führen, was eine Reifenpanne und damit einen Unfall zur Folge haben kann.

Reifenmarkierung

Die Markierungen auf der Reifenseitenwand entschlüsseln

Sicherlich haben Sie schon einmal die Markierungen auf der Seitenwand Ihres Reifens gesehen. Ihnen können Sie allerhand Informationen entnehmen. Neben der korrekten Bezeichnung für das Reifenmodell verrät Ihnen die Zeichenfolge zum Beispiel auch den Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex, die Reifengröße, die Bauweise und noch viele weitere Details.

Warum spielen diese Markierungen eine derart wichtige Rolle? Diese Informationen erweisen sich als äußerst nützlich, wenn es an der Zeit ist, sich neue Reifen anzuschaffen. Beim Kauf neuer Reifen haben optimale Fahrsicherheit und Leistung oberste Priorität. Können Fahrzeughalter die Markierungen auf ihren alten Reifen richtig deuten, können sie gewährleisten, dass die neuen Reifen sowohl leistungsfähig als auch sicher sind.

Betrachten wir die folgende Zeichenfolge als Beispiel für eine Reifenmarkierung: 225/45 R 18 95 H

Reifenbreite

Die erste Zahl der Ziffernfolge ist 225. Es handelt sich um die Nennbreite des Reifens, das heißt von einer Seitenwand zur anderen (in Millimetern).

Querschnittsverhältnis

Die nächste Zahl nach dem Schrägstrich lautet 45. Sie gibt das Querschnittsverhältnis in Prozent an. Im Wesentlichen handelt es sich um das Verhältnis von Höhe der Reifenwand zur Reifenbreite. Es wird berechnet, indem die Reifenquerschnittshöhe durch die Reifenquerschnittsbreite geteilt wird. Verfügt ein Reifen über ein Querschnittsverhältnis von 45, bedeutet dies, dass die Höhe des Reifens 45 Prozent von dessen Breite beträgt.

Bauweise

Als nächstes folgt keine Ziffer, sondern ein Buchstabe. Dieser weist auf die Bauweise des Reifens hin. In unserem Beispiel steht „R“ für „radial“. Es handelt sich demnach um einen Radialreifen. Reifen mit einer diagonalen Bauweise sind hingegen mit den Buchstaben „B“ oder „D“ versehen. Auf unseren Straßen rollen heutzutage im Normalfall Radialreifen. Den Namen verdankt der Radialreifen seiner Bauweise. Die Cordfäden in der Karkasse sind im rechten Winkel zur Laufrichtung angebracht. Wird der Reifen von der Seite betrachtet, verlaufen die Cordfäden radial.

Felgendurchmesser

Die Zahl 18 in unserem Beispiel gibt an, dass der Felgendurchmesser 18 Zoll beträgt.

Tragfähigkeitsindex

Die Zahl hinter dem Felgendurchmesser ist der Tragfähigkeitsindex. In unserem Beispiel lautet dieser 95. Es handelt sich um einen Code für die maximale Last, die ein Reifen tragen kann, wenn er vollständig aufgepumpt ist. Der Tragfähigkeitsindex eines PKW-Reifens kann im Bereich von 75 bis 105 liegen, wobei jeder numerische Wert einem bestimmten Tragfähigkeitswert entspricht. In Ihren Fahrzeugpapieren oder Reifenunterlagen finden Sie eine Tabelle, in der für jeden Wert die maximale Tragfähigkeit aufgeführt ist.

Geschwindigkeitsindex

Als Letztes in unserer Zeichenfolge steht der Geschwindigkeitsindex. Die Buchstaben von A bis Z geben jeweils die Höchstgeschwindigkeit an, der ein Reifen unter Berücksichtigung seiner empfohlenen Tragfähigkeit standhalten kann. In unserem Beispiel bedeutet „H“ eine Höchstgeschwindigkeit von 209 Kilometern pro Stunde. Obwohl der Reifen bei dieser Geschwindigkeit funktionieren kann, sollten die Fahrer die zulässigen Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht überschreiten.

Weitere Markierungen

Auf diese Zeichenfolge können weitere Informationen folgen. In unserem Beispiel stehen beispielsweise die folgenden Ziffern, Buchstaben und Symbole auf der Reifenseitenwand:

7) Notlaufreifen
8) Mercedes Original-Equipment-Reifen
9) Geeignet für Matsch und Schnee
10) Konform mit den Reifensicherheitsnormen des US-Verkehrsministeriums
11) Produktionswoche
12) Produktionsjahr

Reifenalter

Wie lange halten Reifen?

Es gibt keine technischen Daten, die den Austausch von Reifen ab einem bestimmten Alter fordern. Jedoch sollten Sie beachten, dass für Ihre Reifen genau das gleiche Prinzip wie für jede andere Komponente Ihres Fahrzeugs gilt: Das Alter spielt eine Rolle. Wir empfehlen, dass alle Reifen (einschließlich des Reservereifens), die vor mehr als zehn Jahren hergestellt wurden, aus dem Betrieb genommen und durch neue Reifen ersetzt werden.

Diese Faustregel sollten Sie unbedingt befolgen, selbst wenn:

  • die Reifen noch in gutem Zustand sind und aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes brauchbar erscheinen;
  • das Profil die Mindestprofiltiefe noch nicht unterschritten hat.

Auch wenn Ihre Reifen älter als zehn Jahre sind und noch immer fahrtauglich erscheinen, empfehlen wir dennoch, sich neue Reifen anzuschaffen.

Fahrer können sich nicht auf eine visuelle Prüfung auf Gummirisse, Verschleiß der Lauffläche oder andere altersbedingte Erscheinungen verlassen. Selbst wenn Reifen den Anschein machen, perfekt zu funktionieren, sollten Sie deren Alter berücksichtigen und sie ersetzen.

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